1.1. Schulbau neu denken

Schulbau ist heute weit mehr als die Bereitstellung von Klassenräumen. Schule verändert sich durch gesellschaftliche Entwicklungen, Ganztag, Inklusion, Digitalisierung, zunehmende Heterogenität, Gesundheitsfragen und den Klimawandel. Räume müssen deshalb pädagogisch, funktional, nachhaltig und flexibel gedacht werden.

Gesellschaftliche Veränderungen
Schule ist heute Lernort, Lebensraum, Begegnungsort und Schutzraum zugleich. Schulgebäude müssen deshalb unterschiedliche Bedürfnisse aufnehmen: konzentriertes Lernen, Austausch, Rückzug, Bewegung, Beratung und gemeinsames Arbeiten.
Ganztag
Mit dem Ausbau ganztägiger Bildung verbringen Schülerinnen und Schüler mehr Zeit in der Schule. Dadurch gewinnen Mensa, Aufenthaltsbereiche, Ruheräume, Bewegungsflächen und flexible Lernorte erheblich an Bedeutung.
Inklusion
Inklusive Schule benötigt barrierefreie, gut orientierbare und flexibel nutzbare Räume. Dazu gehören Differenzierungsbereiche, Rückzugsräume, Beratungsräume und eine Gestaltung, die Teilhabe möglichst selbstverständlich ermöglicht.
Digitalisierung
Digitale Bildung verändert Anforderungen an Infrastruktur, Ausstattung und Raumorganisation. WLAN, Stromversorgung, Präsentationsmöglichkeiten, sichere Aufbewahrung und flexible Arbeitsformen müssen von Beginn an mitgedacht werden.
Heterogenität
Unterschiedliche Lernvoraussetzungen erfordern Räume, die Differenzierung ermöglichen: Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Förderung, Projektarbeit und selbstständiges Lernen.
Gesundheit
Licht, Akustik, Raumluft, Temperatur, Bewegung und Rückzug beeinflussen Lernen und Wohlbefinden. Gute Schulgebäude berücksichtigen daher nicht nur Funktionalität, sondern auch Gesundheit und Aufenthaltsqualität.
Klimawandel
Schulgebäude müssen auf Hitze, Energieeffizienz, Ressourcenschonung und nachhaltige Baustoffe reagieren. Sommerlicher Wärmeschutz, Verschattung, Lüftung, Begrünung und robuste Materialien werden immer wichtiger.